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Steigi bleibt - Neue Initiative für Nationalpark Steigerwald

Mit "Steigi bleibt" hat sich ein neues Bündnis für den Nationalpark Steigerwald gegründet. "Wir sind ein Bündnis aus ober-, unter- und mittelfränkischen sozial-ökologischen Vereinigungen und vielen Menschen aus der Steigerwald-Region".

Meldung der Initiative zur Gründung 

Wir sind ein Bündnis aus ober-, unter- und mittelfränkischen sozial-ökologischen Vereinigungen und vielen Menschen aus der Steigerwald-Region. Wir haben uns am Samstag, 25. Juli gegründet. Wir wollen, dass der Steigerwald ein Großschutzgebiet wird. Und wir stehen für den Schutz dieses wertvollen Laubwaldgebietes und für unsere Heimat ein. Wir sehen uns als Ergänzung und Unterstützung bestehender Vereinigung, wie dem Verein Nationalpark Steigerwald und dem Freundeskreis Nationalpark Steigerwald, die seit Jahren hervorragende Aufklärungsarbeit leisten. Jetzt ist es an der Zeit unsere Unterstützung deutlich zu machen.

Dabei kritisieren wir nicht die Forstwirtschaft im Allgemeinen. Ganz im Gegenteil. Auf den Weg zur Klimaneutralität brauchen wir die Ressource Holz in der Zukunft. Die im Steigerwald betriebene Forstwirtschaft ist – zumindest in ersten Ansätzen – schon ökologischer als in den meisten Vergleichsorten Bayerns. Wir würden uns wünschen, dass eine derartige Forstwirtschaft, die Naturschutz in den Wirtschaftswald integriert in ganz Bayern Schule macht. Doch das reicht nicht. Denn es ist und bleibt ein Wirtschaftswald. Die integrierten schützenden Maßnahmen wie Totholzinseln und Quoten für Methusalembäume können einen flächigen
Waldschutz allenfalls ergänzen, jedoch niemals ersetzen. Die Beispiele der jüngsten Fällungen der vergangenen drei Winter zeigen, dass der Perspektivwechsel der Bayerischen Staatsforsten trotz aller Ankündigungen Söders noch auf sich warten lässt. Wenn wir noch länger warten, dann brauchen wir uns um das Thema Klimawälder nicht mehr kümmern. Denn je mehr Bäume wir dem Steigerwald entnehmen, desto angreifbarer machen wir ihn für die akut steigende Gefahren als Folge der Klimakrise: Dürren, Trockenheit, Hitze und daraus resultierender Insektenbefall. Wir brauchen jetzt einen Paradigmenwechsel der Staatsforsten auf ihren Staatswaldgebieten. Der Waldschutz muss oberste Priorität sein.

Gerade in Zeiten der Klimakrise müssen wir alles dafür tun, unsere Wälder zu bewahren. Sie sind unsere Klimaverbündeten, doch wir müssen aktiv dafür sorgen, dass dies auch so bleibt. Der Steigerwald im Besonderen bedeutet für uns ein Stück Heimat. Er ist das beste Laubwaldgebiet Bayerns, er hat das Potential zu einem alten Buchenurwald heranzuwachsen, er ist Ort der Erholung, eine Oase der Biodiversität und Artenvielfalt und unser stärkster regionaler Verbündeter im Kampf gegen die Klimakrise, deren Folgen wir bei uns in der Region deutlich spüren. Es reicht nicht nach Brasilien zu blicken und dort den Stopp der Rodungen zu fordern. Wir müssen jetzt handeln, im Amazonasgebiet ebenso wie hier bei uns vor Ort.

Und wir wollen nicht länger warten. Die Entwicklungen im Steigerwald - nach wie vor werden wertvollste Laubbäume entnommen, Harvester hinterlassen tiefe Spuren und sorgen für Bodenverdichtung und heftige Eingriffe in das Ökosystem - lassen uns keine andere Wahl. Wir handeln und wir sind bereit jetzt und in Zukunft Opfer zu bringen, um unseren Steigerwald zu schützen. Weitere Fällungen werden wir nicht länger
hinnehmen und wir sind bereit entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Wir fordern ein sofortiges Fällmoratorium, ein Großschutzgebiet im Nationalparksuchgebiet und langfristig einen Nationalpark Nordsteigerwald. Wir sind viele und wir werden immer mehr. Und wir rufen alle Menschen aus der Region auf, sich uns anzuschließen. Der Steigerwald ist unser Wald, wir wollen ihn schützen für unser aller Zukunft. Wir wollen den Naturschatz wahren, wir wollen ein Weltnaturerbe ermöglichen. Dafür kämpfen wir Seite an Seite mit allen, die unseren Steigerwald eine Chance geben wollen, sich zu dem zu entfalten, was er sein kann: ein Buchenurwald als Ort der Biodiversität und natürlicher Entwicklung, ein Klimaspeicher und Erholungsort. Ohne Wald kein Klimaschutz, ohne Klimaschutz keine Zukunft. Für einen Nationalpark Nordsteigerwald.

Kontakt / Weitere Infos (Facebookseite Steigi bleibt)

Foto: Verein Nationalpark Steigerwald