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50 Jahre Nationalparke

Hintergrund

In Deutschland hat die Ausweisung von insgesamt 16 Nationalparks dem Naturschutz in vielen Regionen neuen Aufwind gegeben. Bayern war hier mit der Ausweisung der Nationalparke Bayerischer Wald zbd Berchtesgaden bundesweiter Vorreiter. Mit der umfassenden Erweiterung des NP Bayerischer Wald entstand zusammen mit dem Nationalpark in Tschechien eines der größten Waldschutzgebiete Mitteleuropas.

Neuen Aufwind für den Naturschutz brachte auch in Deutschland die Nationalparkidee, die sich in der „alten“ Bundesrepublik zuerst zögerlich, seit der Wiedervereinigung aber mit großer Dynamik entwickelte. Sowohl Nationalparks als auch Biosphärenreservate (Großschutzgebiete mit hohem Anteil an Kulturlandschaft) können auch anspruchsvolleren Tier- und Pflanzenarten ein dauerhaftes Überleben in Deutschland ermöglichen. Anfangs  kam nach der Gründung der Parks Bayerischer Wald (1970) und Berchtesgaden (1978) sowie im deutschen Wattenmeer die Ausweisung weiterer geeigneter Gebiete nicht mehr recht voran. Eine Trendwende brachte hier erst die Wiedervereinigung. „Dank der mutigen Initiative von ostdeutschen Naturschützern ist es gelungen, binnen weniger Monate die ökologisch wertvollsten Naturräume zwischen Rügener Kreidefelsen und Sächsischer Schweiz unter Schutz zu stellen.“, so der deutsche Bundesumweltminister Jürgen Trittin anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des DDR-Naturschutzprogrammes. Dieses Konzept wurde von der letzten DDR-Regierung unter maßgeblicher Beteiligung von Michael Succow  im September 1990 verabschiedet. Fünf Nationalparks, sechs Biosphärenreservate und drei Naturparks wurden ausgewiesen und erhielten im Einigungsvertrag Bestandsschutz. 

Die Erfolge dieses Nationalparkprogramms brachten nach der Wiedervereinigung auch diejenigen Bundesländer in Zugzwang, die sich früher mit Großschutzgebieten nicht wirklich anfreunden wollten. Seitdem wurden auch im Westen Deutschlands eine Reihe weiterer Nationalparke unter Schutz gestellt.

50 Jahre NP Bayerischer Wald

Wie alles anfing...

Eine „bayerische Serengeti“ ist der Nationalpark Bayerischer Wald nicht. Einer Savannenlandschaft mit großen Gnu-Herden, Nashörnern, Löwen und Büffeln ähnelt die bergige Nadelbaumlandschaft im bayerisch-böhmischen Grenzland wohl kaum. Dennoch wird der älteste und bekannteste deutsche Nationalpark immer wieder mit der Serengeti verglichen, auch heute noch. Es waren aber durchaus die großen Wildnisgebiete Ostafrikas und vor allem die Serengeti, die die Inspiration für die Gründung des Nationalparks Bayerischer Wald vor mehr als 50 Jahren waren. Auch der konsequente Wildnisansatz, wie er beispielsweise schon damals von den Naturschutzbehörden afrikanischer Länder in ihren neu entstehenden Großschutzgebieten verfolgt wurde, sollte lange Jahre zur „fachlichen Richtschnur“ für die Waldentwicklung im ersten deutschen Nationalpark werden.

In diesem Beitrag berichtet Michael Brombacher von der ZGF über die Bemühungen von Bernhard Grzimek und Hubert Weinzierl zur Etablierung des ersten Deutschen Nationalparkes.

Beitrag ZGF

Initiative Wildnis in Deutschland

In der Initiative Wildnis in Deutschland arbeiten zahlreiche Organisationen zusammen. Auf der Homepage findet sich ein umfangreiches Onlineangebot rund um Wildnisschutzgebiete und Nationalparke.

Nationalparkwissen

Auf dieser Plattform wurden von Fachleuten und Organisationen aus der nationalen und internationalen Nationalparkbewegung umfangreiche Hintergrundinfos zusammengestellt.

Nationale Naturlandschaften

Portal zu den deutschen Grosschutzgebieten mit umfangreichen Gebietsinfos.